Cortison
und Antirheumatika |
Weltweit
greifen ca. 30 Mill. Menschen zur Behandlung von rheumatischen
Beschwerden zu Medikamenten. In der EU schätzt man die Zahl
allein auf ca. 10 Millionen, die regelmäßig Tabletten
nehmen. Am häufigsten werden immer noch Schmerzmittel, wie
Paracetamol, Cortison oder Medikamente aus der Gruppe der nicht-steroidalen
Antirheumatika (NSAR) verschrieben.

Da
Cortison, vor allem wenn es längere Zeit eingenommen wird,
bekanntlich zahlreiche Nebenwirkungen mit sich bringt (Abwehrschwäche,
Bluthochdruck, Knochenerweichung), wird es von vielen Menschen
abgelehnt. Die NSAR (Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Diclofenac)
werden zwar von vielen Menschen als harmlos eingestuft, aber sie
sind auch nicht ohne Risiko (Magengeschwüre, Bauchkrämpfe,
Durchfälle).
Alternative
Präparate zu den chemischen Mitteln sind
Teufelskralle-Tabletten
Weihrauch-Tabletten
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natürliche
Hilfe bei Rheuma |
Als
alternative Methoden setzen daher immer mehr Ärzte und Patienten
auf pflanzliche Mittel. Doch auch bei den Alternativ-Therapie
ist längst noch nicht alles, was ausgelobt wird, auch wirklich
hilfreich. Sehr umstritten und bisher ohne klinisch ausreichenden
Nachweis sind z. B. Enzymtherapien, Thymusextrakte (BSE-Gefahr)
oder ß-Sitosterin-Präparate. Einige Heilpflanzen konnten
dagegen in den letzten Jahren recht überzeugende Beweise
ihrer Wirksamkeit antreten. Dazu zählen z. B. die afrikanische
Teufelskralle und der arabische und indische Weihrauch.
Die
aus dem südlichen Afrika stammenden Wurzeln der Teufelskralle
enthalten ein Glycosid, Harpagosid genannt, das gezielt in den
Arachidonsäure-Stoffwechsel eingreift. Die Arachidonsäure
ist Ausgangspunkt einiger Verbindungen, die das rheumatischen
Geschehen ablaufen lassen. Bewegungseinschränkungen und Schmerzen
können heute mit einem Teufelskrallen-Produkt genauso effektiv
bekämpft werden, wie mit chemischen Mitteln. Dabei sind die
Nebenwirkungsraten deutlich niedriger, ebenso die Therapiekosten.
Die Sache hat allerdings einen Haken, die weltweiten Bestände
der Teufelskralle sind in den letzten Jahren dramatisch gesunken.
Immer mehr Hersteller sind daher übergegangen in Namibia,
der Heimat der Pflanze, eigene Plantagen anzulegen, wo die Pflanze
gezüchtet wird. Dies hat mehrere Vorteile: die natürlichen
Wildvorkommen der Pflanze werden nicht mehr angetastet, der erhöhte
Bedarf kann befriedigt werden und man erhält Ware von gleichbleibender
Qualität.
Auch
die Forschungsergebnisse mit einer weiteren Pflanze haben in den
letzten Jahren viele Hoffnungen gemacht: Weihrauch.
Das Harz des Weihrauchs wurde bereits vor 3000 Jahren in Indien
zur Behandlung rheumatischer Beschwerden benutzt. Die im Harz
enthaltenen Boswelliasäuren sind die eigentlichen Wirksubstanzen.
Sie halten den Entzündungsprozess auf und lindern den Schmerz.
Nach dem was man bis heute weiß, greifen die Boswelliasäure
in die Arachidonsäure-Kaskade ein, in dem sie die Bildung
der schmerz- und entzündungsvermittelnden Leukotriene unterbinden.
Aus vielen Ländern gibt es inzwischen Studien, die die Wirksamkeit
verschiedener Extrakte aus Boswellia carteri, Boswellia sacra
und Boswellia serrata belegen.
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