Flavonoide
und Anthocyane
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Die Flavonoide und Anthocyane
sind natürliche Farbstoffe der Pflanzen, die zur Gruppe der Polyphenole
gehören. Sie färben Auberginen violett, Kirschen, Heidel-
und Preiselbeeren rot sowie Aprikosen gelb. Zusammen mit den anderen
bekannten Pflanzen-Farbstoffen, den Carotinoiden
und den Betainen, bestimmen die Flavonoide und Anthocyane,
mit welcher Farbe die Pflanze die Insekten anlocken. Gleichzeitig wehren
sie aufgrund ihres bitteren Geschmacks schädliche Pilze und Schnecken
erfolgreich ab.
"Flavus = blond,
gelb" ist die aus dem lateinischen abgeleitete Vorsilbe für gelbe
Verbindungen. Das Wort Anthocyan stammt vom
griechischen "anthos = Blüte" und
"kyanos = blau". Bei den Flavonoiden handelt sich also um die gelben bis
orangefarbenen Blütenfarbstoffe und bei den Anthocyanen
um die blauen, violetten bis roten.
Von den Flavonoiden und Anthocyanen sind etwa 5.000 verschiedene Verbindungen
bekannt. Eine biologische Vorstufe der Anthocyane
sind die oligomeren Proanthocyanidine. Flavonoide
und Anthocyane kommen praktisch in allen bunten
Obst- und Gemüsesorten vor. Wobei jedes Obst oder Gemüse nur wenige Dutzend
und immer eine etwas andere Kombination aus diesen 5.000 Verbindungen
enthält. Die Wirkung auf den Menschen ist vielfältig und von den einzelnen
Inhaltsstoffen abhängig: Schutz vor Infektionen (durch Preiselbeeren
und Grapefruitkern-Extrakte),
vor Herz-Kreislauf-Leiden (Rotwein), vor Gefäßleiden (Weinlaub),
Verbesserung der Durchblutung (Ginkgo), Schutz
vor frühzeitiger Alterung (OPC), vor
verschiedenen Erkrankungen (grüner Tee),
Entzündungshemmung (Kirschen), besseres
Sehen (Heidelbeeren).
Je dunkler die Kirschen, umso
mehr Anthocyane enthalten sie.
Sowohl die gelben bis orangefarbenen Flavonoide als auch die roten bis blauen Anthocyan-Farbstoffe verschiedener Früchte besitzen
eine Schutzwirkung vor freie Radikale.
Diese aggressiven Verbindungen führen zu Zellschäden, wenn sie durch
Umweltgifte, Stress, Strahlung oder Zigarettenrauch im Übermaß auftreten. Flavonoide und Anthocyane
bieten dagegen einen Schutz. Sie vermindern Schädigungen der DNS (Gene) und
der Zellproteine, indem sie die schädlichen Oxidationsreaktionen in den
Zellen abbremsen. Als Radikalfänger sind die Anthocyane
sogar den Vitaminen C, E und ß-Carotin überlegen,
die eine ähnliche Wirkung haben und deshalb als antioxidative Vitamine bezeichnet werden. Eine gute
Versorgung mit Anthocyanen und Flavonoiden kann deshalb vor viele ernährungsbedingte
oder umweltbedingte Krankheiten schützen.
Eine wünschenswerte Eigenschaft der Anthocyane ist auch ihre antientzündliche Wirkung.
Diese geht sogar soweit, dass die Anthocyane das
Vitamin E in der Wirkung um ein Vielfaches übertreffen. Eine Handvoll
dunkelroter anthocyanreicher Kirschen,
Heidelbeeren oder Preiselbeeren kann deshalb jeden Vergleich mit
einem hochdosierten Vitamin E-Präparat aufnehmen.
Erst vor kurzem gelang es in einer amerikanischen Studie, schmerz- und
entzündungshemmende Stoffe in Kirschen nachzuweisen. Wer hätte das gedacht?
Eine gute Portion Kirschen täglich und Entzündungen und Schmerzen bleiben
erträglich. Preiselbeeren
sind gut gegen Harnwegsinfektionen,
da sie neben den entzündungshemmend wirkenden Anthocyanen
auch Proanthocyanidine enthalten, die
antibakteriell wirken. Die Anthocyane der Heidelbeeren
verhindern insbesondere Proteinveränderungen in
der Linsenflüssigkeit des Auges. Gerade im Alter kann es in Folge von Linsentrübungen
zur Beeinträchtigung des Sehens kommen, wenn freie Radikale ungehindert
über viele Jahre ihre eiweißschädigenden
Zersetzungs-Prozesse fortsetzen konnten. Flavonoide
und Anthocyane haben also ein sehr breites
Wirkspektrum.
Die Frage, ob es die Flavonoide
und Anthocyane selbst sind oder deren
Stoffwechselprodukte, die erst im menschlichen Organismus entstehen und
dann ihre Wirkung entfalten, ist noch Gegenstand laufender
wissenschaftlicher Studien. Doch selbst wenn die Wissenschaft den genauen
Mechanismus noch nicht versteht, scheint die positive Wirkung dieser sekundäre
Pflanzenstoffe festzustehen.
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