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Vitamin C-Mangel und seine Folgen

Die typische, jedem Schulkind bekannte, Vitamin C-Mangelkrankheit ist der Skorbut. Wenn Seefahrer über Wochen nur selten oder gar nicht mit frischem Obst oder Gemüse versorgt waren, war diese Krankheit sogar todbringend. Doch diese Zeiten sind glücklicherweise vorbei. Trotzdem leben viele Menschen mit einer ständigen Vitamin C-Unterversorgung, was sich auf ihr Wohlbefinden, ihre Anfälligkeit gegenüber Krankheiten und das Lebensalter negativ auswirkt.

Der Mensch muss Vitamin C mit der Nahrung aufnehmen, weil er es selbst nicht herstellen kann. Vor ca. 60 Millionen Jahren kam es bei den Vorfahren der heutigen Menschen zu einem Enzymausfall, der damals allerdings nicht lebensbedrohend war. Offensichtlich haben die Vorfahren der Menschen ausreichende Vitamin C-Mengen über die Nahrung aufnehmen können, so das es unerheblich war, ob dieses Vitamin C zusätzlich auch noch vom Körper hergestellt werden konnte oder nicht. Zumindest hatten die neuen Lebewesen mit dem Enzymdefekt keinen entscheidenden Nachteil. Dieses Schicksal teilen alle Primaten und merkwürdigerweise auch Fledermäuse und Meerschweinchen. Das Enzym, das für die Herstellung von Vitamin C zuständig ist, heißt L-Gulonolacton-Oxidase. Es müßte – wie bei allen anderen Tierarten – auch beim Menschen vorhanden sein, damit Vitamin C in der Leber aus Glucose gebildet werden könnte.

Der Mensch ist also von einer ausreichenden Versorgung mit Vitamin C über die Nahrung abhängig. Besonders Vitamin-C-reich sind Früchte und Gemüse. Fleisch, Fisch, Getreide, Eier, Milchprodukte enthalten wenig Vitamin C. Hitze, Licht und Luft-Sauerstoff können Vitamin C leicht zersetzen. Durch lange Lagerung, durch Kochen oder Warmhalten büßen Lebensmittel daher schnell ihren Nährstoffgehalt ein. Leider stehen Obst und Gemüse noch viel zu selten auf unserem mitteleuropäischen Speiseplan. In den Mittelmeerländern ist der Konsum pflanzlicher Produkte zwei- bis dreimal höher. Die Vitamin C-Zufuhr weiter Bevölkerungskreise ist daher in Mitteleuropa von der optimalen Tagesmenge weit entfernt.

Vitamin C-Mangel kann auch durch bestimmte Lebensweisen verursacht sein. Raucher haben einen höheren Bedarf, da der Rauch jede einzelne Zigarette am Vitamin C-Vorrat zehrt. Auch Sportler, Schwangere, Stillende, Kinder im Wachstum, ältere Personen, Personen mit regelmäßiger Medikamenteneinnahme und chronisch Kranke haben nachweislich einen höheren Vitamin C-Bedarf.

Die Folgen eines Vitamin C-Mangels sind:

  • herabgesetzte Immunabwehr mit erhöhter Erkältungs- und Infektionsgefahr
  • allgemeine körperliche Schwäche mit Müdigkeit und Antriebsarmut
  • Depressionen und Veränderungen der Persönlichkeitsstruktur
  • rauhe Haut, Störungen des Haarwachstums
  • verzögerte Wundheilung
  • Störung der Eisenaufnahme
  • Bindegewebsschwäche, Cellulitis, Zahnfleischbluten
  • verminderter Schutz vor Freien Radikalen, vor Krebs, Umweltgiften, Stress
  • höhere Anfälligkeit gegenüber bestimmten Zivilisationskrankheiten (Herz-Kreislauf, Katarakt, Arthritis)
  • schnellere Alterung

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