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die eiweißspaltenden Enzyme

Wir haben schon darauf hingewiesen, wie Enzyme funktionieren und dass sie sehr spezielle Aufgaben im Organismus wahrnehmen. Eine besondere Gruppe sind zum Beispiel alle eiweißspaltenden Enzyme. Als Fachbegriff hat sich für diese Enzyme "Proteasen" eingebürgert. Proteasen können aufgrund ihrer Spezialisierung nur Aminosäureketten zerlegen. Sie machen deshalb nichts anderes, als Proteine in kleinere Einheiten und letztlich bis zu den Aminosäuren abzubauen. Am Beispiel der Proteasen soll im Folgenden erläutert werden, wie sich ein Enzym-Mangel ungünstig auf die Gesundheit auswirkt und wie dem entgegengewirkt werden kann.

Zu den natürlichen eiweißspaltenden Enzymen des Menschens gehören Kathepsin, Pepsin, Trypsin und Chymotrypsin. Ihr Hauptwirkort ist der Magen und der Zwölffingerdarm, wo sie die Eiweißverdauung einleiten bzw. vollenden. Alle vier Enzyme werden aber auch für verschiedene therapeutische Zwecke eingesetzt, z. B. zur Verbesserung der Eiweißverdauung, für den Abbau von Zelltrümmern oder in der Krebstherapie. Denn Proteasen zerlegen nicht nur die Eiweiße der Nahrung, sondern auch Bakterien und Krebszellen, die in den Körper eingedrungen sind oder dort entstehen. Auch in Folge von Verletzungen und Entzündungen können Proteasen helfen. Sie beseitigen Trümmer vom Gewebe und schaffen Platz für den Aufbau neuer gesunder Strukturen. Sie beschleunigen dadurch die Wund-Heilung.

Auch bei Immunkomplexen oder in Fällen, wo Zellen oder Zellbestandteile zusammenklumpen oder sich ablagern, sind eiweißspaltende Enzyme hilfreich. Durch die schnelle Beseitigung von Immunkomplexen (Antikörper-Antigen-Komplexen) verhindern Kathepsin, Pepsin, Trypsin und Chymotrypsin nämlich Entzündungsreaktionen. Somit kommt es gar nicht erst zu Entzündungen oder sie heilen schneller wieder ab. Eiweißspaltende Enzyme verhindern auch die Bildung von Thromben in den Adern. Sie putzen praktisch die Adern, beseitigen Schlackestoffe in den Gefäßen und dem umliegenden Gewebe. Die Durchblutung wird verbessert.

Um die Abwehrkräfte bei Krebs oder einem Infekt zu erhöhen, werden Patienten häufig mit proteolytischen Enzymen behandelt. Krebszellen tarnen sich nämlich oft mit einer Eiweißhülle. Die Abwehrzellen erkennen die kranken Zellen daher nicht. Eiweißspaltende Enzyme können diesen Tarnmantel auflösen. Sie erschweren es damit auch abgetrennten Krebszellen, sich woanders im Körper einzunisten. Ferner wirken sie entzündungshemmend.

Neben den vom Körper selbst erzeugten eiweißspaltenden Enzymen gibt es auch natürliche, die wir mit der Nahrung aufnehmen. Diese Proteasen werden auch Obst-Enzyme genannt, da sie in zahlreichen meist tropischen Früchten vorkommen. Folgende Früchte sind besonders reich an Enzymen: Papayas, Ananas, Kiwi, Mango, Feige.

Diese Obstarten würden aber nicht viel nutzen, wenn sie neben den eiweißspaltenden Enzyme nicht auch noch andere nützliche Stoffe wie Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Coenzyme enthielten. Diese sind lebensnotwendige Helfer-Moleküle, die die Enzymarbeit in den Stoffwechselprozessen erst möglich machen.