Obst- und Gemüse-Esser leben
länger
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Weit
über 250 epidemiologischen Studien belegen, dass ein hoher Gemüse-
und Obstverbrauch sich auf viele Zivilisationskrankheiten positiv
auswirken. Nachweisbar ist dies vor allem mit Studien, die über
viele Jahre oder sogar Jahrzehnte durchgeführt werden. Eine jetzt
in Japan veröffentlichte Studie, wahrscheinlich eine der längsten
jemals durchgeführten Studien überhaupt, hat ergeben, dass der
vermutete Zusammenhang zwischen Essgewohnheiten und dem Auftreten
bestimmter Erkrankungen noch viel größer ist, als bisher vermutet
wurde. Durch die Studie wurden die Essgewohnheiten von 265.118
Japanern über 17 Jahre beobachtet. Alle Krankheits- und Todesfälle
wurden genau festgehalten. Danach steht fest, die richtige
Lebensmittelauswahl kann lebensverlängernd sein.
Die
Studie ergab eine Verringerung der Lebenserwartung von Rauchern
um etwa 5 Jahre. Bei Studienteilnehmern, die rauchten, regelmäßig
Alkohol tranken und sich fleischreich und gemüsearm ernährten,
lag die Lebenserwartung sogar ca. 10 Jahre unter dem Durchschnitt.
Das Risiko einer Krebs- oder Herzerkrankung war in dieser Gruppe
deutlich erhöht.
Im Durchschnitt
10 bis 15 Jahre länger lebten Studienteilnehmer, die nicht nur
auf Zigaretten und Alkohol verzichteten, sondern auch mehrmals
täglich verschiedene Gemüsesorten, wie Karotten, Spinat, Paprika,
Brokkoli oder Lauch zu sich nahmen. Sie lagen damit in der Lebenserwartung
um 34% höher als Raucher und Alkoholkonsumenten. Die Sterblichkeit
für Herz-Kreislauf-Erkrankungen war um 54% niedriger, die für
Krebserkrankungen sogar um 60%.
Besonders
interessant fanden die Forscher, dass selbst in der Gruppe der
Raucher, Alkoholkonsumenten und starken Fleischesser der zusätzliche
regelmäßige Gemüseverzehr bereits zu einer Senkung der Sterblichkeit
um 19% und der Krebs- und Herzerkrankungen sogar um 33% beitrug.
Der tägliche Verzehr von Obst und Gemüse stellt somit eine sehr
effektive Maßnahme zum Gesundheitsschutz dar. Ein reichlicher
Gemüseverzehr kann sogar eine ansonsten als ungesund bekannte
Lebensweise kompensieren. Es ist zwar nicht möglich durch
Obst oder Gemüse alle gesundheitlichen
Schäden wieder auszugleichen, doch können nach den Ergebnissen
dieser Studie sogar, Rauchen, Alkoholkonsum und Bewegungsarmut
durch eine hohe pflanzliche Kost gemildert werden.
Als mögliche
Gründe für die vorbeugende Wirkung von Obst und Gemüse nennen
die Forscher sekundäre
Pflanzenstoffe, Spurenelemente
und vor allem Vitamine,
die freie Radikale
fangen können und diese unschädlich machen. Die als Antioxidantien
bezeichneten Stoffe schützen die Körperzellen vor dem Angriffe
der freien Radikale. Diese lange missachteten Inhaltsstoffe in
den Lebensmittelpflanzen üben vielfältige Schutzwirkungen in unseren
Zellen aus. Das Erbgut wird geschützt, wichtige Membranen in der
Zellen werden stabilisiert und kompliziert gebaute Moleküle vor
der Zerstörung bewahrt. Von den meisten Wissenschaftlern
werden die Zivilisationskrankheiten und der Tod, sofern er nicht
als Folge eines Unfalls oder einer akuten Krankheit auftritt,
als Resultat unerwünschter Reaktionen
freier Radikale angesehen. Schäden durch freie Radikale
führen den Tod herbei, bevor die maximale Lebensdauer für Menschen
von etwa 120 Jahren erreicht ist. Voraussetzung ist allerdings
eine möglichst lebenslange, hohe Zufuhr dieser Stoffe.
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im Tierexperiment längst
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Klaus Oberbeil,
Chr. Lentz: Obst
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