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Die
Verwendung junger Opuntiensprosse als Gemüse ist nicht so populär
wie die Obstnutzung der Kaktusfeige
und wird in Mexiko hauptsächlich im Gebiet von Milpa Alta praktiziert.
Dort hat sich ein intensiver Anbau entwickelt, der für die Versorgung
der ländlichen Bevölkerung durchaus von Bedeutung ist. Ensalada
de nopalitos heißt ein Kaktusblättersalat der in vielen mexikanischen
Restaurants angeboten wird. Grüne, frische oder eingelegte Kaktusblätterstreifen,
weiße Zwiebelringe und rote Tomatenscheiben in 3 Reihen neben
einander auf den Teller gelegt ergeben die Nationalfarben Mexikos.
Mexiko:
Kleinbauern vermehren für den Eigenbedarf dornenlosen Kultursippen
des Nopal durch Stecklinge, die flach auf den Boden gelegt werden.
Etwa
5 bis 8 Monate nach der Pflanzung findet die erste Ernte statt.
Um junge, noch zarte Sprosse zu erhalten, werden diese bis zu
einer Länge von maximal 15 cm in der warmen Jahreszeit fast täglich
geerntet. Die Sprosse haben dann ein Gewicht von durchschnittlich
100g. Die Nopalitos werden mit dem Messer direkt an der Austriebstelle
von der Pflanze abgetrennt. Dieses über die gesamte Vegetationszeit
von 12 Monaten ständige Entfernen der Neutriebe führt zu einem
kontinuierlichen Austrieb der schlafenden Augen. Nach dem Abtrennen
werden die Nopalitos an den Sammelstellen zum Abtransport zu 2000
bis 3000 Stück zylindrisch aufgestapelt.
Die
Verarbeitung der Nopalitos zu Naßkonserven (nopalitos en escabeche
oder al natural) findet in nahegelegenen Fabriken statt. Das Dosengemüse
ist in ganz Mexiko, Florida und Kalifornien im Handel. Erntegut
aus Opuntia-Wildbeständen oder dem häuslichen Garten wird als
Volksnahrung direkt verwertet, gebraten, gekocht oder geschmort.
Auch in Deutschland gibt es Konserven mit Nopal-Blättern
im Handel.
Im
Rheingau wurde der Anbau von Opuntien zur Produktion von Nopalitos
ohne größere Schwierigkeiten ausprobiert. Während einer relativ
kurzen Zeit (Juni - September) fiel unter Folie eine Ernte an,
die einem Hektarertrag von 275 dt/ha entspricht. Sowohl der Frisch-
als auch der Trockenmasseertrag konnte durch Stichstoffdüngung
erhöht werden. Verglichen mit den heimischen Gemüsesorten schneiden
die Erträge aber auch ohne Düngung noch recht gut ab. Ob Nopalitos
allerdings auf dem mitteleuropäischen Markt absetzbar sind, bedarf
eines Versuchs mit gezielter Werbung. Positive Beispiele für die
Erweiterung des Gemüse- und Obstangebots aus den letzten Jahrzehnten
gibt es zahlreiche: auch Zucchinis, Auberginen, Avocados, Kiwis,
Mangos und andere Obst- und Gemüsesorten sind erst in den letzten
dreißig Jahren in Mitteleuropa bekannt geworden.
Siehe
auch:
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