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Für einige Vitamine und Mineralstoffe empfehlen Experten eine höhere Zufuhr als bisher.

Zwei Jahre lang haben Experten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung (ÖGE) und der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährungsforschung (SGE) sowie der Schweizerischen Vereinigung für Ernährung (SVE) über neue Empfehlungen für die Zufuhr von Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und anderen Nährstoffen beraten. Unter dem Namen "D-A-CH" haben die deutschen, österreichischen und schweizerischen Ernährungsfachgesellschaften jetzt die neuen "Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr" herausgegeben. Darin wird z. B. für die Vitamine C, E, ß-Carotin und Folsäure zu einer deutlich höheren Zufuhr als bisher geraten.Die Ernährungsexperten berufen sich auf ca. 600 wissenschaftliche Arbeiten. Im Vergleich zu den alten Empfehlungen haben sich etwa zwei Drittel der Werte geändert. Bisher hatte jedes Land sein eigenes Zahlenwerk. In Deutschland galten bis 2000 die von der DGE herausgegebenen "Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr" als Standard für Diätpläne. Hinweise auf Lebensmitteln nach dem Motto "100 Gramm dieses Produkts decken 30 Prozent des Tagesbedarfs an Calcium" richteten sich nach den Zahlen dieses Werkes. Auch die Mengen in den Nahrungsergänzungsmitteln nehmen die Werte der "D-A-CH" als Orientierung. Hier ist nur problematisch, dass Experten aus anderen Ländern der EU teilweise sehr weit davon abweichende Werte vorschlagen.Grundlage für die Referenzwerte ist der experimentell ermittelte Nährstoffbedarf, den die Welternährungsorganisation definiert als "geringste, kontinuierlich zuzuführende Nährstoffmenge, die bei nahezu allen gesunden Personen eine adäquate Ernährung gewährleistet". Für Empfehlungen zur Nährstoffzufuhr wird zu diesem Wert ein Sicherheitszuschlag von 20 bis 30 Prozent addiert. Für Nährstoffe, bei denen der Bedarf noch nicht genau bestimmt werden kann - etwa für Vitamin E oder ß-Carotin - formulierte das Expertengremium lediglich Schätzwerte.

Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr

Grenzwerte auch für Alkohol

Erstmals haben sich die Experten außerdem auf einen Wert für die Alkoholzufuhr geeinigt. Wegen der Herz schützenden Wirkung der im Wein enthaltenen Polyphenole sehen sie für Männer eine Menge von 20 Gramm am Tag, für Frauen von 10 Gramm am Tag (20 Gramm Alkohol sind in 0,5 Liter Bier) als vertretbar an.

jetzt höhere Zufuhrempfehlungen

Die Werte für Vitamin C, Vitamin E und Folsäure wurden unter präventiven Gesichtspunkten heraufgesetzt. Erwachsene sollten in Zukunft täglich 100 statt 75 Milligramm Vitamin C zu sich nehmen. Diese Menge scheint notwendig zu sein, um die Zellen des Immunsystems ausreichend mit dem Vitamin zu versorgen. Für Vitamin E gelten nun 15 statt 12 Milligramm, die Werte für den Vitamin-A-Vorläufer ß-Carotin wurden von 2 auf 2 bis 4 Milligramm erhöht. Das Provitamin und seine "verwandten" Carotinoide - etwa Lycopin aus Tomaten - können Lungen-, Speiseröhren- und Magenkrebs vorbeugen. Vitamin E hat sich als Schutzstoff gegen Arterienverkalkung erwiesen.

Erwachsenen empfehlen die Wissenschaftler der D-A-CH nun 400 statt 300 Milligramm Folsäure täglich. Das Vitamin senkt neueren Erkenntnissen zufolge den Homocysteinspiegel im Blut. Ein erhöhter Level dieses Eiweißes gilt seit einiger Zeit als Risikofaktor für den Herzinfarkt. Schwangere und Stillende sollten 600 Milligramm zu sich nehmen. Folsäure ist nämlich in der frühen Schwangerschaft besonders wichtig, um Neuralrohrdefekte zu verhüten.

Die Empfehlungen für die Calciumzufuhr wurden für Erwachsene und vor allem für Jugendliche erhöht. Von dem Mineralstoff, der für den Knochenaufbau wichtig ist, sollen 13- bis 15-jährige täglich 1200 Milligramm statt früher 1000 Milligramm zu sich nehmen.

 

Das 240 Seiten umfassenden Buch Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr kostet 22,90 Euro.

 

 

 

 

Lange Zeit stand die Absicht im Vordergrund, mit den empfohlenen Nährstoffmengen Mangelerscheinungen zu verhindern. Seit einigen Jahren geht es aber vor allem darum, die Körper-Funktionen zu optimieren. Nicht nur Mangelkrankheiten verhindern, sondern auch ein Leben in optimaler Gesundheit und mit möglichst hohem Alter zu gewährleisten.  Dementsprechend unterscheiden die D-A-CH-Experten jetzt zwischen präventiven (krankheitsvorbeugenden) und nutritiven (ernährungs-physiologischen) Aspekten der Versorgung. Die Werte zur Vorbeugung einer Krankheit sind naturgemäß niedriger, d. h. die Krankheitsprophylaxe ist schon mit Lebensmitteln gewährleistet, deren Nährstoffgehalt verhältnismäßig gering ausfällt. Wer darüber hinaus aber mehr für seine Gesundheit tun will, sich z. B. langfristig vor den Schäden schützen will, die sich erst im Laufe vieler Jahre akkumulieren, der muss mehr tun und höhere Zufuhrwerte beachten. Optimal sind Obst und Gemüse und ihre Vitalstoffe.