warum
können durch eine ausgewogene, obst- und gemüsereiche, vollwertige
Ernährung
nicht alle Nährstoffe im wünschenswerten Maße zugeführt
werden? |
Kritiker
von Nahrungsergänzungsmittel führen häufig an, dass eine ausgewogene,
obst- und gemüsereiche, vollwertige Ernährung alle Nährstoffe
in ausreichendem Maße liefern würde. Man müsse sich nur mit ca.
fünf Portionen Obst oder Gemüse täglich ernähren und müsste keinen
Nährstoffwechsel mehr befürchten. Dies ist nicht nur falsch, sondern
auch völlig praxisfern. Natürlich muss eine ausgewogene, vielseitige
und vollwertige Ernährung Grundlage unser Ernährung sein. Aber
bei der Vielzahl der nötigen Vitalstoffe und bei der bekannten
Nährstoffarmut unserer Lebensmittel, sollten man sich damit allein
nicht zufrieden geben. Dies sagen inzwischen auch die Gesellschaft
für biologische Krebsabwehr und andere wissenschaftliche
Einrichtungen und Patienten-Organisationen.
Mit zwei
Beispielen sei dies untermauert:
Nehmen
wir das Beispiel Vitamin E.
Die DGE empfiehlt einen Tagesbedarf von 12 (Frauen) bis 15 mg
(Männer). Dass diese Empfehlung bereits sehr zurückhalten ist,
weil sie nur hilft, Krankheiten zu verhindern, aber nicht die
von vielen Menschen gewünschte optimale Vorsorge zum Erreichen
eines hohen Alters bei voller Gesundheit ermöglicht, haben wir
an anderer Stelle erläutert (die
Verharmloser in unserem Gesundheitswesen). Im Sinne eines
optimalen Gesundheitsschutzes wären eher 50 mg/Tag oder sogar
mehr wünschenswert, wie neueste Forschungergebnisse nahelegen.
Aber bleiben wir bei den geforderten 12 mg Vitamin E für eine
Frau. Welche Mengen der folgenden - als gesund geltenden Lebensmittel
- müsste man täglich zu sich nehmen, um 12 mg Vitamin zuzuführen?
Laut Heseker (Nährstoffe
in Lebensmitteln, Umschau-Verlag): 6 kg Vollkornbrot,
3 kg Cornflakes, 750 g Spinat oder 250 ml Olivenöl. Einigermaßen
realistisch wäre dies noch mit 3 Portionen Spinat (also 3 x 250
g) täglich zu erreichen.
Doch damit wäre erst die Vitamin E-Zufuhr gesichert. Wie steht
es mit den anderen Vitaminen,
den Mineralstoffen, den
Spurenelementen, den Aminosäuren,
den essentiellen Fettsäuren und
all den sekundären
Pflanzenstoffen, die für unsere Ernährung so wichtig
sind? 750 mg Spinat liefern z. B. nur 25 % der von der DGE geforderten
täglichen Zinkmenge. Also muss man noch ein Lebensmittel essen,
das ausreichend Zink liefert. Von den schon genannten Lebensmitteln
müssten esschon folgende Mengen zur Deckung des Zinkbedarfs sein:
Vollkornbrot (1,2 kg), Cornflakes (5 kg), Olivenöl (mehrere Tonnen).
Diese Lebensmittel helfen also nicht weiter. Wie wäre es mit 15
kg Äpfel, 12 Eiern oder 3,8 kg Frischkäse täglich, um die geforderten
10 mg Zink täglich zu decken? Sie sehen schon, es ist nicht
ganz einfach, wenn man der Sache mal wirklich seriöse auf den
Grund geht.
Und
was wäre, wenn man anstatt drei Portionen Spinat drei Portionen
Obst, also z.B. eine Orange, einen Apfel und eine Banane über
den Tag verteilt essen würde? Nicht einmal der Vitamin C-Bedarf
(100 mg täglich laut DGE) wäre gedeckt: 50 mg durch die Orange,
12 mg durch den Apfel und 12 mg durch die Banane. Da aber Obst
kaum Vitamin E enthält, sähe es mit diesem Vitamin sehr schlecht
aus: Orange (0,2 mg), Apfel (0,5 mg), Banane (0,3 mg), also gerade
1 mg Vitamin E durch diese drei Obstmahlzeiten. Man müsste also
doch noch einige Kilo Brot täglich essen, um sich auf jeden Fall
vollwertig und gesund zu ernähren.
Anhand
weniger Nährstoffe kann also jeder selbst berechnen, dass es sehr,
sehr großer täglicher Portionen sehr unterschiedlicher Lebensmittel
bedarf, um auch nur annähernd die von der DGE geforderten Mindestwerte
für alle ca. 100 Vitalstoffe einzuhalten. Wer darüber hinaus -
im Sinne einer optimalen Gesunderhaltung - noch mehr tun will,
als nur das Minimum zuzuführen, kommt ohne
Nahrungsergänzungsmittel nicht aus.
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